Sonntag, 10. Dezember 2017

Wenn der eigene Hund beisst...

Nach einer langen Pause melde ich mich mit einem Beitag zurück, bei dem ich lange mit mir gehadert habe, ihn zu schreiben. Es fällt mir zugegebenermaßen sehr schwer, dies hier öffentlich zuzugeben.
Ja, Joker beisst. Kein harmloses Knabbern im Spiel, kein vorsichtiges Festhalten, nein.

Joker war schon immer alles andere als stressresistent und absolut unsicher. Sobald ihm eine Situation über den Kopf wächst, verhält er sich plötzlich wie ein völlig anderer Hund. Einer, der nach vorne geht um sich zu "verteidigen" und wahllos zuschnappt.

Wie konnte es so weit kommen?


Zugegeben- die Hauptschuld an diesem Verhalten liegt bei mir. Bereits als Welpe musste ich Joker aus gesundheitlichen Gründen bei Regen und Kälte Mäntel anziehen, habe ihn langsam an die Fellpflege herangeführt,... Das klappte im Alter von wenigen Wochen auch noch ganz gut. Nur habe ich (die eigentlich mit Hunden aufgewachsen ist und das erkennen hätte müssen) etwas ganz massiv übersehen. Bereits damals hatte Joker angezeigt, dass ihm diese Situationen Unbehagen bereiten. Ich hatte die einfachsten Signale übersehen (permanentes Schlecken, zusammen kauern,...) und anstatt einen Schritt zurück zu gehen, habe ich weiter gemacht- denn das Bürsten und die Mäntel mussten sein, da führte kein Weg dran vorbei.
Die erste Zeit liess Joker es auch noch über sich ergehen. Mit zunehmendem Alter änderte sich das aber..

Montag, 23. Oktober 2017

Besuch von Labradorhündin Lena


Da Joker sehr sensibel ist, reagiert er schon auf die kleinsten Abweichungen vom Alltag mit großer Unsicherheit, Stress und daraus resultierenden Magen-Darm-Beschwerden.
Trotzdem haben wir uns dafür entschieden, von Mittwoch bis Samstag Abend auf die Hündin von Bekannten aufzupassen- und das, obwohl Joker vor allem mit größeren Hunderassen seine Probleme hat.

Sonntag, 8. Oktober 2017

Update: Ein erneuter Rückschlag und das Ergebnis des Labors

Erst einmal einen vielen lieben Dank an alle, die uns so liebe Genesungswünsche geschickt haben!

Im letzten Beitrag ("Unsere Wut auf Tierärzte oder wie wir Joker fast verloren hätten") habe ich davon erzählt, welche schleche Erfahrungen wir mit Tierärzten in den vergangenen Monaten machen mussten und mit welchen gesundheitlichen Problemen Joker zu kämpfen hatte.

Vor einiger Zeit kam nun endlich das Laborergebnis des großen Kotprofils. Joker hat zum Glück keine Giardien oder Probleme mit den Enzymen der Bauchspeicheldrüse- bis auf Clostridien ist alles in Ordnung.
Dies sind sporenbildende Bakterien, die u.a. sowohl in Erdböden als auch in Lebensmitteln und dem Verdauungstrakt von Tieren und Menschen vorkommen können. Bis auf wenige Ausnahmen leben sie in einem anaeroben Milieu, also ohne Sauerstoff. Clostridien sind eine der Hauptursachen für Durchfall und Blähungen.
Unter den zahlreichen verschiedenen Arten gibt es z.B. die bekannten Clostridium botulinum-Bakterien, die ein Toxin produzieren, welches beim Verzehr von verdorbenem Fleisch eine Lebensmittelvergiftung auslösen kann. Auch Gasbrand und Tetanus wird von Clostridien verursacht.




Bei Joker wurde eine erhöhte Keimzahl an Clostridium perfringens festgestellt.
Natürlich wollte die Tierklinik, bei der wir die Laboruntersuchung in Auftrag gegeben hatten, uns direkt wieder Antibiotika verordnen. Ich habe dies nach Absprache mit u.a. einem befreundeten Tierarzt jedoch abgelehnt, da dieses Problem auch mit der Ernährung gut wieder in den Griff zu bekommen ist.

Doch nun stehen wir leider schon wieder vor dem nächsten Problem.
Die Umstellung auf BARF bzw. Schonkost (Moro'sche Möhrensuppe mit rohem Hühnerfleisch, später auch Rindfleisch) hat überraschend gut geklappt. Wochenlang ging es Joker so gut wie noch nie.
Und dann der nächste Rückschlag. Vor zwei Tagen bekam Joker wieder Durchfall und seit gestern muss er sich übergeben. Letzte Nacht musste ich um 2 Uhr früh mit ihm raus, heute Morgen dann wieder Erbrechen :-(




Es ist das selbe Problem, mit dem wir schon davor regelmäßig zu kämpfen hatten- die Nahrung (in den letzten Tagen nochmal Extra-Schonkost mit gegartem Hühnerfleisch) kommt völlig unverdauut vorne und hinten wieder raus.
Diese Symptome könnten auch auf die Clostridien oder einen immer wieder neuen Infekt zurückzuführen sein- eine andere Erklärung finde ich in Anbetracht der Blut- und Kotuntersuchungen einfach nicht.

Wir werden heute einen Fastentag einlegen. Vielleicht hilft das seiner Verdauung etwas, sich selbst zu regulieren.
Zu einem Tierarzt hier in der Nähe werden wir erst fahren, wenn sich die Situation verschlechtert und wir gar keine Hoffnung mehr haben, dass sich das ganze (wie auch in der Vergangenheit schon oft) wieder von selbst bessert. Er würde hier von sämtlichen Tierärzten nur wieder Antibiotika und Entwurmungskuren verordnet bekommen, was das ganze bis jetzt immer nur noch verschlechtert hat.

Ich hoffe sehr, dass das nur ein einmaliger Rückfall war. Wir hatten schon solche Fortschritte bei der Rohfütterung- so gut ging es ihm davor in all den 3 Jahren noch nie. Und nun das :-(

Montag, 18. September 2017

Unsere Wut auf Tierärzte ..oder.. Wie wir Joker fast verloren hätten

Nach einer längeren Pause möchte ich euch erzählen, wie unser Vertrauen in Tierärzte mal wieder nachhaltig geschädigt wurde. Schon einmal hätten wir Joker fast verloren- weil wir zu sehr vertraut haben.



Ich zählte mich bislang nicht zu den Tierbesitzern, die prinzipiell jegliches Handeln ihrer Tierärzte in Frage stellen- leider! Denn hätten wir nur ab und an etwas mehr hinterfragt, wäre uns wohl einiges erspart geblieben.
Trotzdem soll das keine Hetze gegen Veterinärmediziner werden. Denn irgendwo soll es ja auch noch die "Guten" geben- die, die wirklich beabsichtigen, zum Wohle des Tieres zu handeln und nicht zu dem ihres Kontostandes...

Sonntag, 3. September 2017

Spieglein, Spieglein an der Wand- sind wir die perfekten Hundehalter?

Als vor einiger Zeit jeden Samstag auf VOX die Serie "Mein Hund, dein Hund" ausgestrahlt wurde, war ich neugierig darauf, wie unterschiedlich sich manche Hundehalter sein können- und der Kontrast war oft groß.
Es wurde einander kritisiert und Verbesserungsvorschläge aufgezeigt- die leider nicht immer angenommen wurden.

Doch wie ist das überhaupt? Gibt es den perfekten Hundehalter? Was macht die Perfektion aus? Inwieweit sind Fehler in der Hundehaltung akzeptabel, ab wann wird es tierschutzrelevant?


Donnerstag, 24. August 2017

Ein Malteser geht trailen

Schon längere Zeit waren wir auf der Suche nach einer Beschäftigung für Joker. Neben den üblichen Spaziergängen, kleineren Tricks und Gehorsamkeitsübungen suchten wir nun nach einer passenden "Kopfarbeit".

Zufällig stieß ich auf die Homepage des K9 Klagenfurt und informierte mich telefonisch bei einem Schnupperkurs fürs Mantrailen bei Trainer Markus Burkhardt.
Ich hatte vor meinem Anruf große Sorge, ob ich mit einem Maltesermischling bei einem solchen Training überhaupt "erwünscht" war. Doch diese Bedenken nahm mir Markus sofort. Seine Antwort auf meine Frage, ob ich mit Joker dort mitmachen dürfte, war: "Hat dein Hund 4 Beine und eine Nase? Dann geht das auch!".

Einige Tage später war es dann so weit.
Bei unserem Eintreffen warteten bereits mehrere andere Teilnehmer am vereinbarten Treffpunkt, einem Parkplatz, und das Training konnte losgehen.
Meine nächste Sorge war, dass mich Joker beim Anblick der vielen potenziellen Spielkameraden links liegen lassen würde. Doch entgegen meiner Befürchtung, dass sich die Hunde gegenseitig ablenken oder aufheizen würden, war der Ablauf genau geregelt.
Jeder durfte einzeln mit seinem Hund unter Anleitung des Trainers einer Geruchsspur nachgehen, nachdem sich einer der anderen Hundehalter auf dem unübersichtlichen Krankenhausgelände versteckt hatte. Solange der Trainer mit diesem Hund- und Halter-Paar unterwegs war, warteten alle anderen am Parkplatz und deren Hunde blieben im Auto. Wir nahmen an einem Training Anfang des Jahres teil, also waren die Temperaturen dementsprechend kühl und es war somit absolut vertretbar, seinen Hund für einen kurzen Zeitraum im Auto zu lassen.


Montag, 14. August 2017

Wie wird man seinen Hund los? - Aussetzen? NEIN!

Wir sind gerade zutiefst schockiert.

Am 10. Juli war uns bei einem Spaziergang ein Hund angeboten worden. Ein wirklich freundlicher, kleiner Chihuahua-Mix, der sich mit Joker auch noch gut verstanden hatte. Hellhörig wurden wir allerdings, als uns die Besitzerin erzählte, dass sie ihn ohne Impfpass für € 200 gekauft hätte. Seitdem war der Hund noch nie beim Tierarzt vorgestellt worden und war demnach weder gechipt, noch geimpft oder entwurmt. Trotzdem wollte sie ihn uns nun für € 100 verkaufen ("fast geschenkt").

Joker mit dem Chihuahua-Mix



Der Rüde war mittlerweile 9 Monate alt- in einem Alter von einem halben Jahr hatte sie ihn für ihre Enkel zum Spielen gekauft- diese waren aber, genauso wie der Hund, eher weniger voneinander begeistert. So musste nun sie sich mit dem Hund rumschlagen- und der war ihr mit seinem jungen Alter viel zu anstrengend. Noch dazu bemängelte sie, dass der Hund noch so unerzogen und ungestüm sei, dass sie bei einem Spaziergang gestürzt sei und sich dabei den Arm gebrochen hätte.