Sonntag, 8. Oktober 2017

Update: Ein erneuter Rückschlag und das Ergebnis des Labors

Erst einmal einen vielen lieben Dank an alle, die uns so liebe Genesungswünsche geschickt haben!

Im letzten Beitrag ("Unsere Wut auf Tierärzte oder wie wir Joker fast verloren hätten") habe ich davon erzählt, welche schleche Erfahrungen wir mit Tierärzten in den vergangenen Monaten machen mussten und mit welchen gesundheitlichen Problemen Joker zu kämpfen hatte.

Vor einiger Zeit kam nun endlich das Laborergebnis des großen Kotprofils. Joker hat zum Glück keine Giardien oder Probleme mit den Enzymen der Bauchspeicheldrüse- bis auf Clostridien ist alles in Ordnung.
Dies sind sporenbildende Bakterien, die u.a. sowohl in Erdböden als auch in Lebensmitteln und dem Verdauungstrakt von Tieren und Menschen vorkommen können. Bis auf wenige Ausnahmen leben sie in einem anaeroben Milieu, also ohne Sauerstoff. Clostridien sind eine der Hauptursachen für Durchfall und Blähungen.
Unter den zahlreichen verschiedenen Arten gibt es z.B. die bekannten Clostridium botulinum-Bakterien, die ein Toxin produzieren, welches beim Verzehr von verdorbenem Fleisch eine Lebensmittelvergiftung auslösen kann. Auch Gasbrand und Tetanus wird von Clostridien verursacht.




Bei Joker wurde eine erhöhte Keimzahl an Clostridium perfringens festgestellt.
Natürlich wollte die Tierklinik, bei der wir die Laboruntersuchung in Auftrag gegeben hatten, uns direkt wieder Antibiotika verordnen. Ich habe dies nach Absprache mit u.a. einem befreundeten Tierarzt jedoch abgelehnt, da dieses Problem auch mit der Ernährung gut wieder in den Griff zu bekommen ist.

Doch nun stehen wir leider schon wieder vor dem nächsten Problem.
Die Umstellung auf BARF bzw. Schonkost (Moro'sche Möhrensuppe mit rohem Hühnerfleisch, später auch Rindfleisch) hat überraschend gut geklappt. Wochenlang ging es Joker so gut wie noch nie.
Und dann der nächste Rückschlag. Vor zwei Tagen bekam Joker wieder Durchfall und seit gestern muss er sich übergeben. Letzte Nacht musste ich um 2 Uhr früh mit ihm raus, heute Morgen dann wieder Erbrechen :-(




Es ist das selbe Problem, mit dem wir schon davor regelmäßig zu kämpfen hatten- die Nahrung (in den letzten Tagen nochmal Extra-Schonkost mit gegartem Hühnerfleisch) kommt völlig unverdauut vorne und hinten wieder raus.
Diese Symptome könnten auch auf die Clostridien oder einen immer wieder neuen Infekt zurückzuführen sein- eine andere Erklärung finde ich in Anbetracht der Blut- und Kotuntersuchungen einfach nicht.

Wir werden heute einen Fastentag einlegen. Vielleicht hilft das seiner Verdauung etwas, sich selbst zu regulieren.
Zu einem Tierarzt hier in der Nähe werden wir erst fahren, wenn sich die Situation verschlechtert und wir gar keine Hoffnung mehr haben, dass sich das ganze (wie auch in der Vergangenheit schon oft) wieder von selbst bessert. Er würde hier von sämtlichen Tierärzten nur wieder Antibiotika und Entwurmungskuren verordnet bekommen, was das ganze bis jetzt immer nur noch verschlechtert hat.

Ich hoffe sehr, dass das nur ein einmaliger Rückfall war. Wir hatten schon solche Fortschritte bei der Rohfütterung- so gut ging es ihm davor in all den 3 Jahren noch nie. Und nun das :-(

Montag, 18. September 2017

Unsere Wut auf Tierärzte ..oder.. Wie wir Joker fast verloren hätten

Nach einer längeren Pause möchte ich euch erzählen, wie unser Vertrauen in Tierärzte mal wieder nachhaltig geschädigt wurde. Schon einmal hätten wir Joker fast verloren- weil wir zu sehr vertraut haben.



Ich zählte mich bislang nicht zu den Tierbesitzern, die prinzipiell jegliches Handeln ihrer Tierärzte in Frage stellen- leider! Denn hätten wir nur ab und an etwas mehr hinterfragt, wäre uns wohl einiges erspart geblieben.
Trotzdem soll das keine Hetze gegen Veterinärmediziner werden. Denn irgendwo soll es ja auch noch die "Guten" geben- die, die wirklich beabsichtigen, zum Wohle des Tieres zu handeln und nicht zu dem ihres Kontostandes...

Sonntag, 3. September 2017

Spieglein, Spieglein an der Wand- sind wir die perfekten Hundehalter?

Als vor einiger Zeit jeden Samstag auf VOX die Serie "Mein Hund, dein Hund" ausgestrahlt wurde, war ich neugierig darauf, wie unterschiedlich sich manche Hundehalter sein können- und der Kontrast war oft groß.
Es wurde einander kritisiert und Verbesserungsvorschläge aufgezeigt- die leider nicht immer angenommen wurden.

Doch wie ist das überhaupt? Gibt es den perfekten Hundehalter? Was macht die Perfektion aus? Inwieweit sind Fehler in der Hundehaltung akzeptabel, ab wann wird es tierschutzrelevant?


Donnerstag, 24. August 2017

Ein Malteser geht trailen

Schon längere Zeit waren wir auf der Suche nach einer Beschäftigung für Joker. Neben den üblichen Spaziergängen, kleineren Tricks und Gehorsamkeitsübungen suchten wir nun nach einer passenden "Kopfarbeit".

Zufällig stieß ich auf die Homepage des K9 Klagenfurt und informierte mich telefonisch bei einem Schnupperkurs fürs Mantrailen bei Trainer Markus Burkhardt.
Ich hatte vor meinem Anruf große Sorge, ob ich mit einem Maltesermischling bei einem solchen Training überhaupt "erwünscht" war. Doch diese Bedenken nahm mir Markus sofort. Seine Antwort auf meine Frage, ob ich mit Joker dort mitmachen dürfte, war: "Hat dein Hund 4 Beine und eine Nase? Dann geht das auch!".

Einige Tage später war es dann so weit.
Bei unserem Eintreffen warteten bereits mehrere andere Teilnehmer am vereinbarten Treffpunkt, einem Parkplatz, und das Training konnte losgehen.
Meine nächste Sorge war, dass mich Joker beim Anblick der vielen potenziellen Spielkameraden links liegen lassen würde. Doch entgegen meiner Befürchtung, dass sich die Hunde gegenseitig ablenken oder aufheizen würden, war der Ablauf genau geregelt.
Jeder durfte einzeln mit seinem Hund unter Anleitung des Trainers einer Geruchsspur nachgehen, nachdem sich einer der anderen Hundehalter auf dem unübersichtlichen Krankenhausgelände versteckt hatte. Solange der Trainer mit diesem Hund- und Halter-Paar unterwegs war, warteten alle anderen am Parkplatz und deren Hunde blieben im Auto. Wir nahmen an einem Training Anfang des Jahres teil, also waren die Temperaturen dementsprechend kühl und es war somit absolut vertretbar, seinen Hund für einen kurzen Zeitraum im Auto zu lassen.


Montag, 14. August 2017

Wie wird man seinen Hund los? - Aussetzen? NEIN!

Wir sind gerade zutiefst schockiert.

Am 10. Juli war uns bei einem Spaziergang ein Hund angeboten worden. Ein wirklich freundlicher, kleiner Chihuahua-Mix, der sich mit Joker auch noch gut verstanden hatte. Hellhörig wurden wir allerdings, als uns die Besitzerin erzählte, dass sie ihn ohne Impfpass für € 200 gekauft hätte. Seitdem war der Hund noch nie beim Tierarzt vorgestellt worden und war demnach weder gechipt, noch geimpft oder entwurmt. Trotzdem wollte sie ihn uns nun für € 100 verkaufen ("fast geschenkt").

Joker mit dem Chihuahua-Mix



Der Rüde war mittlerweile 9 Monate alt- in einem Alter von einem halben Jahr hatte sie ihn für ihre Enkel zum Spielen gekauft- diese waren aber, genauso wie der Hund, eher weniger voneinander begeistert. So musste nun sie sich mit dem Hund rumschlagen- und der war ihr mit seinem jungen Alter viel zu anstrengend. Noch dazu bemängelte sie, dass der Hund noch so unerzogen und ungestüm sei, dass sie bei einem Spaziergang gestürzt sei und sich dabei den Arm gebrochen hätte.

Mittwoch, 9. August 2017

Die gefürchteten, freilaufenden "Tutnixe"

Schon länger müssen wir uns mit einem Problem herumschlagen, das auch andere Hundehalter zu Genüge kennen.

Bei einem gemütlichen Spaziergang läuft uns ein freilaufender, grosser Jagdhund entgegen. Bevor wir unserer Überlegung, Joker wohl besser auf den Arm zu nehmen Folge leisten können, ertönt ein typisches "Der tut nix- Sie brauchen keine Angst zu haben!". Und plötzlich steht er auch schon vor uns. Beide Hunde stehen sich angespannt gegenüber, ihre Ruten zeigen kerzengerade nach oben. Der Moment, Joker hochzunehmen ist verpasst- jetzt bloß keine falsche Bewegung machen. Jegliches an der Leine wegziehen oder hochnehmen würde ihn jetzt in eine noch schlechtere Position bringen und den Jagdhund gerade dazu animieren, Joker anzugreifen.
Und schon ist es passiert. Der fremde Hund stürzt sich auf unseren und eine wilde Rauferei beginnt.
Doch hätte das jetzt wirklich sein müssen? Müssen Hunde um jeden Preis in einem Stadtgebiet frei laufen, auch wenn sie oft in keinster Weise abrufbar sind?

Donnerstag, 3. August 2017

Auf den Hund gekommen

Da ich noch ganz am Anfang meiner "Bloggerkarriere" stehe, wollte ich euch erzählen, welche Rolle Hunde in meinem Leben spielen.

Aufgewachsen bin ich in Tirol bei meinen Eltern mit einem Bobtail. Balu war unser erster Hund und meine Eltern hatten dementsprechend noch keine Erfahrung. Er stammte aus einer Massenzucht aus Ungarn - der Züchter hatte dort ständig an die 10 (!) Rassen im Angebot. Meine Eltern waren der Meinung, dass ein Züchter bei dieser Menge an Hunden doch sicher erfahren wäre und Ahnung hätte und entschieden sich für Balu.
Kaum zuhause angekommen gingen die Scherereien schon los. Balu war mehr oder weniger leider sein ganzes Leben lang krank. Er hatte pausenlosen Durchfall und immer wieder kommende Ekzeme, die sich nur mit teuren Hundeshampoos behandeln ließen, die es (zumindest damals) nur in Deutschland gab.
Trotz allem war er ein Traum von einem Hund. Als meine Mutter mit mir schwanger war, war Balu im Umgang mit ihr ganz besonders vorsichtig geworden und als ich im Alter von 3-4 Jahren (hundebegeistert wie ich war) zu jedem Hund, der uns entgegen kam, einfach drauf losstürmte, stellte sich unser Bobtail schützend dazwischen.
Eine amüsante Tatsache ist mir aber ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Meine Mutter hatte sich gerade erst vorgenommen, täglich joggen zu gehen und Balu sollte natürlich mitkommen. Offensichtlich war dieser aber anderer Meinung- die Joggingrunde musste meine Mutter alleine laufen, während er regelmäßig nach wenigen Metern wieder umdrehte und brav vor der Haustür auf sie wartete.
Als Balu nach 9 Jahren eingeschläfert werden musste, brach für meine Eltern und mich eine Welt zusammen. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich meinen Vater weinen. Dieser schwor sich daraufhin, uns niemals wieder einen Hund zu holen- der Schmerz im Falle eines Verlusts sei einfach zu groß.

Nach mehreren Monaten hielten es meine Mutter und ich nicht mehr aus. Als wir dann auch noch zufällig mitbekamen, dass mein Vater heimlich nach Labrador- und Berner Sennenhund- Züchtern suchte, war der Einzug eines neuen Familienmitglieds für uns schon beschlossene Sache.
Da mein Vater jedoch den Wunsch hatte, mit unserem neuen Hund viel Sport machen zu können (war das doch mit Balu leider bis auf gemütliche Wanderungen nicht möglich gewesen), fiel die Wahl schon bald auf einen Siberian Husky. Wir fuhren zu einer Züchterfamilie nach Oberösterreich und holten uns unsere erste Husky-Hündin Akeela. Schon kurz darauf folgte (vom selben Züchter) der Rüde Bandit. Wir waren gepackt vom Husky-Fieber!
Meine Mutter spendierte meinem Vater daraufhin ein Wochenende bei einem Schlittenhunderennen in Salzburg. Es wurden unzählige Fotos gemacht, Kontakte geknüpft, Wissen eingeholt und neue Freundschaften entstanden- und es kam wie es kommen musste. Unser dritter Husky, Hündin Cheyenne, zog bei uns ein. Ab jetzt sollte sich einiges ändern.

Mein Vater mit unserem Rudel


Wir hörten von anderen Leuten immer wieder, dass diese sich schwarz-weisse Huskies mit blauen Augen zugelegt hatten, weil sie doch so schön seien. Aber im Endeffekt waren sie damit völlig überfordert. Immer wieder nahmen wir Hunde aus schlechter Haltung auf und unsere Liebe zu den Nordischen sprach sich schon bald herum. Plötzlich standen wildfremde Leute vor unserer Haustür und wollten bei uns ihren Hund abgeben, weil er ihnen lästig geworden war.
Doch nachdem wir noch mehreren Hunden bei uns ein neues Zuhause gegeben und einen eigenen Wurf bekommen hatten, waren auch unsere Kapazitäten irgendwann am Ende.
Um die 20 Huskies hatten bzw. haben wir und meine Eltern waren und sind sich einig, dass nun Schluss ist. Trotz der perfekten Bedingungen für eine solche Hundehaltung (3000m² Garten, angrenzender Grund an einem Bach steht ebenfalls zur Verfügung + eigener Trail für Wagen- und Schlittenfahrten), fehlt eben leider doch die Zeit für jeden einzelnen Hund.

Ich lebte damals noch bei meinen Eltern und wünschte mir schon lange einen Haushund für meine separate Wohnung im Elternhaus.
Zufällig retteten damals Bekannte meiner Eltern einen Collie-Bernersennen-Mischling aus dem Tierheim, der als gefährlich galt und deshalb sonst eingeschläfert werden hätte müssen. Behalten hätten sie ihn jedoch auch nicht können, da sie nur noch freie Außenzwinger hatten und der Colliemischling mit seinem Fell dort jämmerlich erfroren wäre.
So kam Lucky zu uns :-) Er war 6 Jahre alt und hatte bereits sieben Vorbesitzer gehabt. Über Umwege fanden wir heraus, dass er von Kindern getreten worden und das ganze Jahr über (auch bei Minusgraden) in die Garage mit Betonboden gesperrt worden war. Der "gefährliche" Rüde hatte zu Beginn zwar einige Macken, aber seine anfängliche Skepsis verflog schon bald und er entwickelte sich zu einem Traumhund. Meine Eltern konnten sich sicher sein, dass mir in seiner Begleitung abends nichts passieren würde und er war absolut dankbar für sein neues Leben.
Im stolzen Alter von 14 Jahren musste aber leider auch er uns verlassen.

Unser etwas anderer "Husky": Lucky


Nun wohne ich schon seit einiger Zeit mit meinem Freund in einer eigenen Wohnung. Über ein Online-Inserat stieß unser erster gemeinsamer Hund zu uns- Joker.
Da ich mit großen Hunden aufgewachsen bin, war es erst einmal etwas ungewohnt für mich, plötzlich einen kleinen Maltesermischling zu haben. Aber da wir am Stadtrand in einer Mietwohnung wohnen, ist Joker für uns der perfekte Hund :-)
Aber von diesem Familienmitglied werde ich hier auf unserem Blog noch genug erzählen.

Wie seid ihr auf den Hund gekommen? Ich würde mich sehr über eure Geschichten freuen!

Liebe Grüße,
Natascha & Joker